22. Februar 2012

Buddah - mit Anleitung

Mit der Malerei ist es so eine Sache. Also, bei mir zumindest. Da hat man irgendwelche angefangenen Bilder herum liegen, die schauen einen zwar dauernd vorwurfsvoll an, weil sie auf Vollendung warten, aber man kann sie einfach nicht fertig machen. UFOs halt.

Und dann kommt der Abend, an dem man sich das Bild schnappt, den Couchtisch mit einem großen Tuch abdeckt, Farben, Pinsel, Lumpen und ein Glas Wasser drauf stellt, das UFO vor sich auf die Staffelei stellt, nebenher den Fernseher laufen hat und mutig zum Pinsel greift. Der Wunsch zu Malen ist so groß, dass man auch in Kauf nimmt, das Bild zu verhunzen, deshalb legt man mutig los. Ohne Rücksicht auf Verluste und ohne groß nachzudenken.

Das ist manchmal gar nicht so schlecht. Denn was gestern dabei heraus kam, erfreut mein Herz über alle Maßen!




Wagt sich jemand heran? Hier ein paar Sätze zur Entstehung:

Phase 1
Man nehme: Eine Leinwand, die man irgendwann bemalt hat, die einem aber gar nicht mehr gefällt, und die seit Jahren oben auf dem Kleiderschrank liegt (bei dir liegt sie vielleicht woanders, aber du verstehst, was ich meine). Diese betrachtet man, dreht und wendet sie, und entscheidet dann, wo das Gesicht des Buddahs seinen Platz finden soll.

Mit einem Malspachtel wird wahllos Strukturpaste auf die Leinwand aufgebracht (das ist das Weiße, was man ganz links erkennen kann). Dann zeichnet man mit Pastellkreide ganz grob das Gesicht auf.

Phase 2
Mit stark verdünnter weißer Acrylfarbe wird das ganze Bild flächig überpinselt. Nur Mut! Die Pastellkreide bleibt am Platz, falls nicht, den Vorgang einfach wiederholen. Es ist nicht nötig, präzise zu arbeiten.

Den Hintergrund kann man schon mal ausmalen. (Und hier kommt der Grund, warum mein Bild fast ein Jahr herumlag... ich fand den Hintergrund sooo hässlich und war überzeugt, dass ich das Bild versaut hatte). 

Phase 3
Jetzt sind wir wieder mutig, das Bild will fertig werden! Im Hintergrund eine Blume ausarbeiten. Das Weiß der Blütenblätter gibt dem Bild wieder Tiefe und lässt das Gesicht optisch hervor treten.

Zuerst Nase, Augenpartie und Mund mit einem Blau-Weiß-Gemisch ausarbeiten. Die "Haare" werden ebenfalls mit normal dicker Farbe bemalt. Hierfür den Pinsel mit mehreren Farben benetzen, damit diese sich auf der Leinwand mischen. Dann mit sehr wässrig verdünnten Acrylfarben mehrere Lasuren für die Gesichtshaut auftragen. In diesem Fall mit einer Rot-Gelb-Mischung. Der "alte" Hintergrund soll und darf im Gesicht durchscheinen, das ist Absicht.

Hintergrund und Hemd habe ich ebenfalls mit sehr wässriger Farbe bemalt, deshalb entstehen auf dem Bild auch "Trieler", die durchaus gewollt sind.




Weitere Phasen folgen.

Was ich noch vor habe: Die Kleidung soll noch irgendein Ornament erhalten, der Hintergrund soll mehr Tiefe bekommen und die Blume möchte ich nochmal lasieren, die ist mir ein bisschen zu grell.

Kommentare:

  1. wow danke, aber ich denke mein budda würde keinesfalls so toll werden wie deiner es ist :)

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  2. Danke Jenny :o)

    Das würdest du aber erst wissen können, wenn du es versucht hast. Ich sag immer, probieren geht über studieren.

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